Semira Meier
4. Juni 2020

Wie Sie im Homeoffice der Einsamkeit entgegenwirken können

Homeoffice

Die aktuelle Corona-Situation hat viele Menschen von heute auf morgen ins Homeoffice verfrachtet. Für IT-Freiberufler ist dies in vielen Fällen keine Veränderung, Remote-Arbeit gehörte für Sie auch vor Corona schon oft zur Normalität. Aus diesem Grund ist Ihnen wohl einer der negativen Nebeneffekte von Homeoffice schon länger bekannt: Einsamkeit.

Erinnern Sie sich noch an das erste Mal, als Ihnen auffiel, dass Sie bereits seit Tagen mit niemandem mehr gesprochen haben? Sie sitzen alleine in Ihrem Büro, beginnen alleine zu arbeiten, stehen zwischendurch alleine an der Kaffeemaschine, essen alleine zu Mittag und klappen abends alleine Ihren Laptop zu, um Feierabend zu machen. Anfangs scheint dieser Zustand kein Problem zu sein, doch irgendwann kann das Alleinsein in Einsamkeit umschlagen. Und dann wird es gefährlich, denn Einsamkeit aufgrund sozialer Isolation beeinträchtigt nicht nur Ihre Motivation, Kreativität und Leistungsfähigkeit, sondern endet im schlimmsten Fall in einer ernstzunehmenden Depression.

Natürlich hoffen wir alle, dass ein gemeinsames Arbeiten im Büro oder bei Kunden vor Ort bald wieder uneingeschränkt möglich ist, doch gerade IT-Freiberufler werden wohl auch zukünftig oft weiterhin remote arbeiten. Deshalb möchte ich die Chance nutzen und Ihnen ein paar Tipps mitgeben, wie das Modell, alleine im Homeoffice zu arbeiten, nicht in Einsamkeit endet.

Das Offensichtliche: Soziale Kontakte und Aktivitäten

Diese Punkte sind in der Theorie mit Sicherheit nichts Neues für Sie. Dennoch möchte ich hier genau auf diese Aspekte hinweisen, da sie trotz ihrer Offensichtlichkeit oft nicht ernstgenommen und umgesetzt werden.

1. Soziale Kontakte

Über eines sind wir uns mit Sicherheit einig: Soziale Kontakte sind das beste Mittel gegen Einsamkeit. Jetzt belächeln Sie eventuell, dass ich dies hier extra aufführe. Aber vielleicht kennen Sie auch diesen Strudel der Motivationslosigkeit, der Teufelskreis in den man immer tiefer gerät, wenn man einmal hineingerutscht ist. So kann das auch mit einem Mangel an sozialen Kontakten aufgrund von Homeoffice sein.

Sie arbeiten alleine Zuhause, kuscheln sich abends mit Netflix auf Ihr Sofa und wiederholen diesen Ablauf am nächsten Tag. Irgendwann fällt Ihnen dann vielleicht auf, dass Sie bereits seit Tagen keine Menschenseele gesehen haben. Jetzt den Schalter umzulegen und aktiv zu werden, ist nicht leicht. Deshalb kann ich Ihnen einen Vorschlag machen: Planen Sie Ihre Woche im Voraus und verabreden sich an mindestens einem Arbeitstag mit Freunden, Familie oder Bekannten. Ob ein gemeinsames Mittagessen, ein Spaziergang oder ein Einkaufsbummel ist dabei völlig egal. Wichtig ist aber, dass Sie unter Leute gehen.

Das ist auch eine wunderbare Möglichkeit, mal wieder alte Kontakte aufzuwärmen. Scrollen Sie doch mal durch die Kontakte auf Ihrem Handy – ich bin mir sicher, es findet sich jemand, den Sie schon viel zu lange nicht mehr gesprochen haben.

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Sind Sie gerade umgezogen oder aufgrund eines IT-Projektes bei einem Kunden vor Ort in einer fremden Stadt ohne Bekannte, Freunde und Familie um Sie herum, ist das natürlich leichter gesagt, als getan. An dieser Stelle gibt es 2 Auswege: Neue Kontakte oder virtuelle Möglichkeiten. Haben die Kollegen aus Ihrem Projekt vielleicht Lust auf ein gemeinsames Abendessen oder einen Drink nach Feierabend? Eine Alternative bietet uns mal wieder das Internet, das nicht nur Partnerbörsen in petto hat, wenn es um das Kennenlernen von Menschen geht. Über beispielsweise www.freizeit-treffs.de können Sie in verschiedenen deutschen Städten an unterschiedlichen Events teilnehmen und dabei neue Kontakte knüpfen.

In unserer aktuellen Corona-Situation sind persönliche Treffen natürlich stark eingeschränkt. Das soll Sie aber nicht daran hindern, diese umzusetzen, wenn auch virtuell. Verabreden Sie sich für ein gemeinsames Abendessen oder ein Spiel mit Ihren Freunden über Skype, FaceTime, WhatsApp oder eine andere Plattform. Hauptsache, Sie halten den Kontakt aufrecht. Sie werden sehen, das ist fast, als würden Ihnen Ihre Freunde tatsächlich direkt gegenübersitzen.

2. Aktivitäten

Abgesehen vom Pflegen sozialer Kontakte, hilft es unheimlich gegen Einsamkeit, aktiv zu sein. So empfinden Sie sich auch ohne bekannte Gesichter in Ihrer Nähe als Teil der Gesellschaft.

Wie Sie sich schon denken können, ist Sport dabei eine super Möglichkeit. Auf diese Weise tun Sie nicht nur Ihrem Körper und Ihrer physischen Gesundheit etwas Gutes, sondern gleichzeitig auch Ihrem psychischen Wohlbefinden. Wir alle kennen das tolle Gefühl, wenn wir uns körperlich mal wieder so richtig ausgepowert haben. Sport hilft beim Abschalten vom anstrengenden Arbeitstag und wir können neue Energie tanken. Außerdem ist Sport, beispielsweise in einem Verein, einem Club oder einer Gruppe eine wunderbare Möglichkeit, um neue Leute kennenzulernen.

Leben Sie dagegen eher das Motto „Sport ist Mord“ und Sie sind zum Beispiel eher der Kunstliebhaber, können Sie sich informieren, welche Museen verlängerte Öffnungszeiten haben und so einen Ausflug nach Feierabend ermöglichen. Wo auch immer Ihre Interessen liegen, reaktivieren Sie diese oder erkennen Sie neue. Ob Koch-, Tanz-, oder Fotokurs, ein Hobby bringt neuen Input und neue Kontakte.

Ihr Büro im Homeoffice

Wer sich wohlfühlt, empfindet weniger Einsamkeit. Viele vergessen, dass der Raum, der im Homeoffice Ihr Büro darstellt, kein rein funktionaler Raum sein muss. Gestalten Sie Ihr Office so, dass Sie sich gern dort aufhalten. Dabei können Sie selbstverständlich mit Dekoration, vor allem aber auch mit Bildern arbeiten. Fotos von den Liebsten stehen bei vielen Angestellten auf dem Schreibtisch. Wie ist das in Ihrem Büro zuhause? Geben Sie Ihrer Familie und Freunden einen Platz, denn ab und an in diese Gesichter zu sehen, erinnert Sie daran, dass Sie zwar aktuell alleine, aber nicht einsam sind. Wenn es dabei ein kleiner Reminder ist, mal wieder Ihren besten Freund anzurufen, umso besser.

Remote-Arbeit

Neben den visuellen Reizen können Sie auch mit akustischen Hilfsmitteln arbeiten. Das Gefühl der Einsamkeit wird oft durch eine unangenehm empfundene Stille bewusst. Und hier liegt einer der Vorteile von Homeoffice: Niemand beschwert sich über Musik im Hintergrund oder hat einen anderen Musikgeschmack. Scheuen Sie sich deshalb nicht, das Radio oder Ihre Lieblingsplaylist einzuschalten. Viele Menschen können sich sogar besser konzentrieren, wenn keine völlige Stille herrscht.

Wenn Sie dagegen die typische Geräuschkulisse eines Großraumbüros vermissen, können YouTube oder Spotify mit dem Stichwort „Office Ambience“ weiterhelfen. Plötzlich umgibt Sie wieder das bekannte Stimmengewirr von anderen Menschen, Tastatur-Klappern, Telefonklingeln. Kurz: Sie hören, wie andere arbeiten. Dadurch fühlen Sie sich nicht nur weniger einsam, sondern es motiviert Sie, selbst disziplinierter zu arbeiten und sich nicht mit anderen Dingen, wie mit dem Haushalt, abzulenken.

Alleine und doch gemeinsam arbeiten

Fällt Ihnen nach einiger Zeit zuhause doch die Decke auf den Kopf, gibt es weitere Möglichkeiten. Erinnern Sie sich noch an Ihre Studienzeit mit vollen Bibliotheken und Cafés? Diese Örtlichkeiten können Sie nach wie vor nutzen, wenn Ihnen das leere Homeoffice auf Dauer zu einsam wird. Haben Sie an einem Tag keine virtuellen Meetings oder Telefonate geplant, können Sie sich – wie früher als Student – wunderbar in das geschäftige Treiben eines Cafés oder eine (Universitäts-)Bibliothek setzen. Auch wenn Sie hier niemanden kennen, sind Sie wieder unter Menschen. Gerade Universitätsbibliotheken bieten dabei den perfekten Raum mit vielen Menschen, einer guten WLAN-Verbindung und trotzdem Ruhe.

Suchen Sie dagegen eher das rege Stimmengewirr und die Lebendigkeit eines Cafés, können Sie sich online schlau machen, welche Cafés in Ihrer Nähe kostenloses WLAN anbieten. Seit einiger Zeit gibt es sogar eine App, die Ihnen die Suche erleichtern kann. „Work Hard Anywhere“ hält Informationen über Cafés in verschiedenen Ländern bereit, wie beispielsweise WLAN, Steckdosen, Öffnungszeiten, sowie Essensauswahl und Parkplätze.

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Eine ganz andere Möglichkeit bieten Coworking Spaces. Hierbei handelt es sich um Gemeinschaftsbüros, in welchen Sie sich für eine bestimmte Zeit einen Schreibtisch mieten können. Der Vorteil ist klar: Sie arbeiten nach wie vor unabhängig und selbstständig, jedoch in einer produktiven Büro-Atmosphäre und -Gemeinschaft, die technisch auch alles bietet, was Sie eventuell benötigen. Nicht zu vernachlässigen ist außerdem der Vorteil, dass Sie sich dieses Büro mit anderen Freiberuflern aus Ihrer Nähe teilen. Auf diese Weise können Sie nicht einfach nur neue Leute kennenlernen, sondern können Kontakte zu anderen Freiberuflern knüpfen, die in haargenau derselben Lage sind, wie Sie.

Lassen Sie es nicht so weit kommen

Homeoffice bietet uns zahlreiche Vorteile – kein langer und zeitraubender Arbeitsweg, unsere vertraute und geliebte Umgebung, eine flexiblere Arbeits- und Zeitgestaltung und vieles mehr. Einige negative Nebenaspekte werden erst mit der Zeit bewusst. So kann aus dauerhaftem Alleinsein irgendwann Einsamkeit werden. Es war mir ein Anliegen, Ihnen ein paar Hilfsmittel an die Hand zu geben, um etwas gegen bereits aufgetretene Einsamkeits-Gefühle zu tun oder nun zu beginnen, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und sende liebe Grüße aus dem Homeoffice.



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